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Montag, 11. Mai 2026

"Es wurde mir nichts geschenkt"

Prominente geben oft damit an, sich aus ärmsten Verhältnissen hochgearbeitet zu haben. Als wenn sie das zu besseren Menschen mache. Dabei könnte es doch umgekehrt so sein, dass solche Leute ganz besonders hart zu anderen Menschen sind.

Und hier, was ChatGPT dazu sagt: 

"Da ist etwas dran. Der Satz „Ich habe mich ganz allein hochgearbeitet“ wird oft moralisch aufgeladen — als Beweis für Charakterstärke, Authentizität oder besondere Verdienste. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass jemand empathischer oder sozialer wird. Manchmal passiert sogar das Gegenteil.

Psychologisch gibt es mehrere mögliche Entwicklungen:

* Manche Menschen, die Armut oder Unsicherheit erlebt haben, entwickeln starke Solidarität mit anderen Betroffenen.

* Andere entwickeln eher ein Denken wie: „Ich habe es geschafft, also sollen andere sich nicht so anstellen.“ Das kann zu Härte oder geringerem Mitgefühl führen.

* Wieder andere idealisieren ihren eigenen Leidensweg im Nachhinein, weil er ihrer Biografie Sinn und Größe verleiht.

Es gibt dafür sogar den Begriff „Survivorship Bias“: Man hört vor allem von denen, die trotz schlechter Startbedingungen erfolgreich wurden — nicht von den vielen, die genauso hart gearbeitet haben und trotzdem scheiterten. Dadurch entsteht leicht die Erzählung, Erfolg sei vor allem eine Frage von Willenskraft.

Und tatsächlich kann ein harter sozialer Aufstieg Menschen auch defensiv oder statusfixiert machen. Wer sich seinen Platz mühsam erkämpft hat, hat manchmal besonders große Angst, ihn wieder zu verlieren. Das kann sich in Arroganz, Distanz oder mangelnder Geduld äußern.

Andererseits wäre es auch zu einfach, daraus ein Gegenklischee zu machen. Reiche Herkunft macht Menschen nicht automatisch großzügig, arme Herkunft nicht automatisch hart. Entscheidend ist oft eher:

* wie jemand seine Erfahrungen verarbeitet,

* welche Werte er entwickelt,

* und ob Erfolg Demut oder Selbstüberhöhung verstärkt.

Interessant ist auch, dass die öffentliche Erzählung vom „Selfmade-Menschen“ kulturell sehr beliebt ist — besonders in Medien und Unterhaltung. Sie klingt heroisch. Kaum jemand sagt dagegen: „Ich hatte Glück, gute Kontakte und finanzielle Sicherheit.“ Obwohl genau das oft ebenfalls eine große Rolle spielt."

Ich übrigens hatte Glück, gute Kontakte und finanzielle Sicherheit. :-) 

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