Seiten

Samstag, 7. Mai 2016

Leben oder Verstehen?

"Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts."
Kierkegaard

Donnerstag, 28. April 2016

Mittwoch, 17. Februar 2016

Frauke Petry


Wahnsinn, was diese Frau erleiden musste. Ihre Worte wurden ihr immer wieder bösartig im Mund herumgedreht, als wären wir mitten in der Inquisition und sie eine Hexe. Aber Widerstand war nie leicht - und weil sie von "Widerstandskämpfern", die keine sind, so oft und so borniert in die rechtsextreme Ecke verleumdet wurde, vergleiche ich sie ganz bewusst mit der Weißen Rose, mit Sophie Scholl und mit Stauffenberg. Zur Belohnung für all die Lügen. Denn Widerstand gegen blauäugige Massen ist vor allem anderen Widerstand weniger Menschen gegen viele Menschen, und was einen wahren Widerstandskämpfer ausmacht, ist nicht, für was er kämpft, sondern dass er "allein gegen alle" kämpft, nämlich: als Widerstand.

Montag, 28. Dezember 2015

Former

Immer mehr Menschen haben erkannt, dass es so nicht weitergehen kann; dass wir unseren Planeten nicht zerstören, sondern retten müssen; dass wir ihn nicht wie Müll zurücklassen, sondern dass wir ihn mitnehmen werden, wenn wir uns auf zu den Sternen machen, um die letzten Gründe des Seins zu erforschen; dass der Sinn der menschlichen Existenz nicht darin liegt, die Erde in den Zustand zurückzuverwandeln, in dem sie sich vor uns befunden hat, sondern sie in den Zustand weiterzuverwandeln, in dem sie sich nach uns befinden wird: dass wir sie über die Generationen hinweg in vollkommenem Einklang mit Gottes Willen zu einem einzigen, großen, komfortablen, automobil manövrierbaren, heimatlichen Großraumschiff transformieren werden: Formen. Und dass das keine Unmöglichkeit, keine Schnapsidee, kein Kunstprojekt, sondern ein gigantisches, sinnvolles, natur- und geisteswissenschaftliches, gemeinsames Abenteuer ist, mit Spannung, Spiel und Spaß - das zum FRIEDEN in der Galaxis führen kann. 
 

Freitag, 18. Dezember 2015

Ludwig Trepte

Bleistift auf gutem Papier

Ergriffen von tiefster Schauspielkunst - wenn ich nur besser zeichnen könnte... na ja, muss jetzt halt reichen, ich komme einfach zu wenig zum Üben. Jedenfalls wurde Verzweiflung nie bewegender dargestellt als von Ludwig Trepte in einer Folge von "Deutschland 83". Ich kenne diese Verzweiflung. Andere kennen sie auch, das weiß ich jetzt. Es waren bei mir andere Gründe, aber dieses Verzweifelnde an sich, das kenne ich sehr gut. Ich hätte gerne sofort geholfen, denn es reißt einem wirklich das Herz aus dem Leib und man weiß gar nicht, was tun und ob es einen Sinn hat, überhaupt noch irgendetwas zu tun, außer sich umzubringen. Für einen gefährlichen Moment lang nicht zu begreifen, wie schlecht die Welt sein kann, es einfach nicht zu verstehen und einer Widrigkeit des Lebens wie einem bösartigen Wunder machtlos gegenüberzustehen - im weiteren Verlauf des Films wurde dann zum Glück klar, dass es gar nicht Wirklichkeit, sondern nur geschauspielert war: dass es ein Film war und dass alle Personen, die daran beteiligt waren, nicht real waren, sondern dass alles nur gespielt war. Großartiger Schauspieler! Ich hab Dich schlecht getroffen, Ludwig, aber wenigstens auf gutem Papier.

Dienstag, 22. September 2015

William R. Higgins

William Richard Higgins
15.1.1945 - 6.7.1990

William Richard Higgins war ein Colonel des United States Marine Corps, der 1988 bei einem Einsatz der Vereinten Nationen (UN) für den Frieden im Libanon in eine Art Kriegsgefangenschaft geriet, die darin bestand, dass man ihn jahrelang folterte und schließlich ermordete. 

Von dieser Seite http://ojc.org/higgins/ übersetze ich im Folgenden, so gut ich kann, einige wenige Worte seiner Witwe Robin Higgins vom 7. Februar 1998:

"Ob es uns gefällt oder nicht, die, die die Uniform ihres Landes tragen, befinden sich damit in einem Fach voll von Widrigkeiten. Kriege ausfechten und Frieden halten ist der schwierigste und forderndste Job von allen. Rich und ich, beide Marines, wussten und akzeptierten das.
 
Wir verstanden die Pflicht dem eigenen Land gegenüber, die einen Mann oder eine Frau dazu zwingt, das Leben zu riskieren. Mein Mann hatte ein kleines Schild auf seinem Schreibtisch, auf dem stand:

'Krieg ist ein hässliches Ding, aber nicht das hässlichste; der faule und zerfallene Zustand von Moral und patriotischem Gefühl, der meint, es gebe nichts, was einen Krieg wert sei, ist viel hässlicher. Ein Mensch, der nichts hat, wofür er kämpfen will, der sich um nichts mehr kümmert als um seine persönliche Sicherheit, ist eine miserable Kreatur, ist einer, der keine Chance hat, frei zu sein, wenn er nicht frei gemacht und frei gehalten wird von den Anstrengungen besserer Menschen als er einer ist.' "

Ich wollte eigentlich nur in Erfahrung bringen, ob es theoretisch möglich sein könnte, dass es im Jahr 2015 noch neue Folgen der Fernsehserie "Magnum" geben könnte. So bin ich auf William Richard Higgins gestoßen, vor dem ich in größtem Respekt den Hut ziehe.

Und übrigens, wen es interessiert: Alle Hauptdarsteller leben noch: Magnum, Rick, TC und Jonathan Higgins. Es wäre also theoretisch denkbar, dass... (?)

Sonntag, 6. September 2015

Schwitzigkeit hat seine Grenzen

Von 1675 bis 1715 hatten wir einen besonders kalten Zeitabschnitt. Das ist jetzt auch wieder 300 Jahre her. Unglaublich. Aber es ging grad so weiter, bis sage und schreibe 1850 soll das Klima recht kühl gewesen sein, Fachleute sprechen von der "Kleinen Eiszeit", bevor es sich dann langsam wieder erwärmte. Paganini, Geiger und Gitarrist, Lebensdaten 1782-1840, hatte so nebst manchem Ungeschick wohl wenigstens das Glück, auf seiner "Kanone" spielend genügend Stoff tragen zu können, einen Stehkragen zum Beispiel, der ihn vor den schwitzigen Klebrigkeiten schützte, denen andere Geiger in wärmeren Gefilden am leichtesten entgehen, wenn sie gleich das ganze Geigenspiel sein lassen.

Paganini's Lieblingsgeige, die "Kanone"
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Il_Cannone_Guarnerius

Ganz ohne schwitzigen Hautkontakt zwischen Geige und Paganini scheint es aber auch wieder nicht geklappt zu haben, wie obiges Bild beweist, sofern die Annahme stimmt, dass die Schweißflecken von Paganini höchstpersönlich stammen? Ja, es sind Schweißflecken, unten, links und rechts vom Saitenhalter. 
 Als Paganini Geige spielte, gab es noch keine Kinnhalter, und Schulterstützen schon gar nicht. Für heutige Geiger unvorstellbar, spielte Paganini, so wie alle Geiger damals, völlig frei, und intim, ohne auch nur eines dieser beiden "Stützräder" der modernen Zeit: Kinnhalter. Schulterstütze. Mit Einführung dieser Hilfen gingen auch instrumentaltechnische Fähigkeiten der linken Hand verloren, die man sich nur ohne sie erarbeiten kann. Ich glaube, heute sollte man eigentlich jedem Anfänger empfehlen, in den ersten fünf Jahren gegen den Druck der Allgemeinheit auf Kinnhalter und Schulterstütze vollständig zu verzichten. Das ist, richtig gemacht, auch gesünder für den Hals und die ganze Wirbelsäule, man entkommt so einer ganzen Menge Schmerzen und Folgeschäden. Später kann dann ja immer noch mit den Stützrädern experimentiert werden: dann aber nicht ohne die wertvollen Fähigkeiten der linken Hand aus der Eiszeit, die man nur dort hat entdecken können.