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Donnerstag, 9. Juli 2015

Constant Craving


Liebe Frau Holle,

in einem Glasperlenspiel mit mir selbst, in dem es unter anderem um die sprachliche Vielfalt, aber auch Zerrissenheit und Einfalt Europas ging, kam neulich zum wiederholten Mal die Frage auf, was eigentlich die Rolling Stones mit dem Titel ihrer Tournee 1998 im Sinn hatten: "Bridges To Babylon Tour"? Damals hatte in Nürnberg auf dem Zeppelinfeld ein betrunkener Gast seinem Vordermann von hinten in die Kniekehlen gepinkelt, woraufhin ihm dieser einen empörten Schubs gegeben, ihn aber nicht verprügelt hatte.

 Es war von Plagiatsvorwürfen die Rede, von Problemen mit dem Video zu "Anybody Seen My Baby". Zum einen, will man den Verfassern glauben, konnte die Nähe des Refrains zu k.d. langs Constant craving nicht ausgeräumt werden, sodass man sie und ihren Co-Komponisten Ben Mink mit in die Credits aufnahm. Zum anderen fiel einem beherzten Seher namens Gerhard Schnurstrack eine gewisse Schlüssigkeit auf, mit der sich das eine Kunstwerk aus dem anderen Kunstwerk zu ergeben schien, man sprach gar von einer Antwort auf eine Frage und ähnlichem, während ein anderer Seher darauf hinwies, dass der Trinkende im Bild des preisgekrönt fragenden Videos mit Kathryn Dawn Lang, geboren am 2. November 1961 in Edmonton, Alberta, deren Vater bis heute den Kontakt mit ihr verweigert, seine Flasche gar nicht zum Mund führt, sondern ins Ohr.

 Vorläufig festgehalten wurde nach langen Beratungen und auf Anraten des Herrn Schnurstrack erst einmal gar nichts, woraufhin ein anderer Teilnehmer des Spiels zu Wort kam und sagte, dass möglicherweise ein gewisser Sir Tom Stoppard, britischer Dramatiker, geistiger Urvater des Titels "Bridges To Babylon" sei und dazu befragt werden könne. Er sei quasi über diese Information gestolpert. Weiteres konnte an diesem Spieltag nicht herausgefunden werden, so dass man das Matsch zum Abschluss brachte und in gemütlichem Beisammensein noch einen Wodka Martini vermied.

Dienstag, 12. Mai 2015

Die Geige und der Geiger

"Ihre Gestalt ist inspiriert von und zugleich symbolisch für die schönste menschliche Form, den weiblichen Körper. Es gibt keine geraden Linien bei der Violine: jede Linie ist geschwungen und gebogen, einschmeichelnd und zart. Wir sprechen von ihren Teilen mit Ausdrücken der Anatomie: Kopf, Hals, Schultern, Taille, Bauch, Rücken - und Boden. Der Lack einer Stradivari oder Guarneri erinnert an den Widerschein der Sonne im seidigen Glanz menschlicher Haut. Und wie die weibliche Stimme umfaßt die Violine den Bereich vom Sopran bis zum Kontra-Alt. Ich habe mich oft gefragt, ob psychologisch gesehen ein grundsätzlicher Unterschied besteht zwischen der Beziehung einer Frau und eines Mannes zur Violine. Ich habe immer den Kopf meiner Violine geküßt, ehe ich sie "zum Schlafen" in ihren Kasten zurücklegte. Immer wieder habe ich das schillernde, lebendige Spiel des wundervollen Lackes bewundert, wenn ich den Winkel der Violine zum Sonnenlicht veränderte; diese Durchsichtigkeit und dieses Feuer habe ich stets für das Temperament eines menschlichen Wesens gehalten. Sieht eine Geigerin in der Violine mehr ihre eigne Stimme oder mehr die Stimme eines Menschen, den sie liebt? Sind da Elemente von Narzißmus in der Beziehung einer Frau zur Violine, und ist sie nicht tatsächlich auf seltsame Weise besser für das Cello geeignet? Die Handhabung und das Spiel einer Violine ist ein Vorgang von Liebkosung und Beschwörung, das Hervorbringen eines Tones, der auf die Hände des Meisters wartet. Sie ist verlockend und faszinierend, passiv, wenn man so will, aber bereit, auf die leiseste Berührung zu antworten. Eine schöne Geige besitzt dieses unendliche Potential - an Flexibilität, Farbe, besonderem Klangcharakter und Klangvolumen -, das die Musik und den Spieler erwartet."
Yehudi Menuhin

Donnerstag, 7. Mai 2015

Die Dissonanzen der Welt

"Wie der Zwist der Liebenden
sind die Dissonanzen der Welt.
Versöhnung ist mitten im
Streit, und alles Getrennte
findet sich wieder"

Friedrich Hölderlin (1770-1843),
deutscher Dramatiker, Lyriker
und Theologe - Fragmente

Donnerstag, 8. Januar 2015

Samstag, 22. November 2014

Kirche ist Kunst

"Die Beschäftigung mit Kunstwerken, seien es Werke der Musik, der Malerei oder der Literatur, gibt uns Halt im täglichen Leben. Erst im Umgang mit Kunst können sich unsere Sinne voll entfalten. Gäbe es keine Kunst, wie armselig, wie unterentwickelt wären dann unsere emotionalen und intellektuellen Fähigkeiten und unser Vermögen, mit anderen in einer Gemeinschaft zu leben!"
 Yehudi Menuhin

Dem möchte ich hinzufügen, dass es immer die Religionen waren, die auf diesen Gebieten Großartiges geleistet haben. In jeder Kirche gab und gibt es, lange vor den Museen und ohne Eintritt zahlen zu müssen: Musik (Orgeln, Chöre usw.), Malerei (bemalte Glasfenster, Ölgemälde usw.), Bildende Kunst (Skulpturen, Schnitzereien usw.), Literatur (Heilige Schriften, Gesangbücher usw.). Viele unter uns sollten einmal ihre Augen öffnen und genauer hinsehen, auf dass sie erkennen, was die Kirche in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden eigentlich tatsächlich alles für uns geleistet hat zusätzlich zur Speisung der Armen, indem sie ALLEN solche Kunstschätze zugänglich gemacht hat. Und sehet, ich füge das nicht hinzu, weil ich mit allem einverstanden bin, was die Kirche getan hat, sondern weil mich die ahnungslose Kirchenkritik einiger ganz bestimmter "Atheisten", die mich heute mehr an das Genörgel bösartiger Kinder erinnert als an weise Worte aufgeklärter Erwachsener, noch immer ärgert und überhaupt das Zusammensein mit ihnen, ihrem Neid und ihrer Gehässigkeit mich seelisch deprimiert, aber hoffentlich nicht zu sehr verdorben hat. Und siehe, ich wünschte, sie würden zum Beispiel die Kathedrale in Chartres besuchen und ihre Meinung ändern? Damit verbunden: endlich die Beendigung der geistigen Vergiftung ihrer Umwelt in Angriff nehmen...

Dienstag, 11. November 2014

Sonntag, 9. November 2014

Douglas Fairbanks

Douglas Fairbanks war ein berühmter Stummfilmstar. Seine Filmcharaktere waren direktes Vorbild für Mickey Mouse. So, wie er in seinen Filmen war, war Mickey, damals, die Maus, als sie noch jung und wild war. Kein Vergleich zur heutigen, geschliffenen, langweiligen Mickey Mouse. Damals war alles besser. Die Zeichnung oben ist eine Nachbildung einer Szene aus "The Three Musketeers" (1921), auch der Spruch kommt von dort.